Wenn Tod vor seinen Schöpfer tritt

12. März 2015 at 20:55

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Was Tod wohl sagt, wenn es niemanden mehr gibt, der ihm die genialen großgeschriebenen Worte in den Mund legt? Erfahren wird es nur einer, nämlich Terry Pratchett selbst. Er ist heute im Alter von 66 Jahren an Alzheimer gestorben. Ein ganz großer Mann verlässt uns, der mir auch persönlich viel bedeutet.

Ich weiß gar nicht mehr genau, wann es war, aber es dürfte ungefähr 20 Jahre her sein, als mir iene Freund und Klassenkamerad “Die Farben der Magie” ausgeliehen hat. Ich muss zugeben, ich habe mich anfangs etwas schwer getan seiner Art zu schreiben. Sein Witz und die Tiefgründigkeit muss man erst einmal verstehen lernen, aber die packenden Geschichten machen es einem leicht weiterzulesen. Ich war dann auch nach kurzer Zeit von Rincewind und Zweiblum mit seiner laufenden Truhe begeistert. Ich habe seine Bücher danach eins nach dem anderen verschlungen, besonders die Scheibenweltromane.
Über die Hexen in Überwald, die Barbarenhorde, die Nachtwache, die Wee-Free-Men und die vielen anderen liebevollen und besonderen Charaktere bin ich irgendwann dann dazu übergegangen Pratchetts Bücher auf Englisch zu lesen. Trotz der nicht gerade einfachen Sprache ging das erstaunlich gut. Seine besondere Sicht hat mir am meisten Fre. ude bereitet, wie der Fluch “Mögest du in interessanten Zeiten leben” oder oder Wahlspruch der Organisation der frankensteinartigen Igors “We are Igors”: “A spare hand when needed.” Oder die alte Katze im alten Psotamt. Sie weigert sich um den neuen Postminister herumzulaufen, der auf ihrem gewohnten Weg steht. Also bleibt sie mit dem Kopf an seinem Beim stehen, bis er sich bewegt. Diese Art der Charakterisierung ist wirklich einzigartig.

Aber ich will gar nicht weiter davon schwäremn, wie toll seine Bücher waren. Jeder, der sie gelesen hat, weiß das nur zu gut. Jeder, der sich nicht gelesen hat, der wird es erst wirklich verstehen können, wenn sie auch liest. Es ist unmöglich Terry Pratchetts Geschichten beschreiben, schon gar nicht schiftlich und schon gar nicht ich. Eine Maus sollte nicht versuchen die Stärke eines Elefanten vorzuführen. Besonders beeindruckt hat mich, wie er auch mit Alzheimer noch gekämpft hat und weiter geschrieben hat, unglaublich.

Mach’s gut, Terry!

Das Bild steht unter CC-BY-SA und ist von Stefan Servos.