Wie war eigentlich Splittermond?

12. November 2014 at 10:15

Splittermond-Logo-finalWir haben Splittermond gespielt. Nach dem Hype um die Veröffentlichung des Weltenbandes und des Regelwerks ist es jetzt etwas ruhiger geworden. Zu Unrecht, wie ich finde. Ich hoffe nach vor, dass Splittermond zu einem System werden kann, das in Deutschland viel gespielt werden wird. Etwas mehr Abwechslung kann dem deutschen Rollenspielmarkt nicht schaden.

“Hahaha! Besorgt euch überhaupt erst einmal einen Markt, bevor Ihr ihn vergrößern wollt! Sogar in Amerika ist der Rollenspielmarkt winzig klein verglichen mit den Rest.“

Wo kommst du denn wieder her? Hier war es so schön ruhig zuletzt.

“Deinem Theoriedünnschiss kann sich ja keiner anhören. Ich war saufen und feiern!“

Schnell gebastelt

Ich will es gar nicht genauer wissen. Zurück zum Thema. Die Erstellung meines Splittermond-Charakters ist mir als einer der positivsten Punkte im Gedächtnis geblieben. Vielleicht liegt das an direkten Vergleich zur DSA 5-Beta, für die ich zuletzt einen Charakter erstellt habe. Passenderweise ist DSA auch die wichtigste Messlatte, wenn sich Splittermond nachhaltig etablieren will. Und Splittermond hat sie locker übersprungen. Was bei DSA ein stundenlanges Gefrickel, Gerechne und Geschiebe großer und kleiner Zahlen war, ist bei Splittermond ein flotter Sechskampf.

Es gibt die Kategorien Rasse, Kultur, Abstammung, Ausbildung, Attribute, dann die Gruppe Stärken, Ressourcen, freie Punkte für Fertigkeiten und – wer hätte es gedacht – Mondsplitter und Schwächen. Da man nix zwischen den Kategorien umher schieben muss und daher auch keine Umrechnungsfaktoren bedenken muss (“Wie viele Punkte kostet nochmal der zwölfeinhalbte Fertigkeitspunkt bei Neumond?“) ist das flott erledigt. Es gibt auch genug Anpassungsmöglichkeiten, um einen individuellen Charakter hinzubekommen und wer es sich richtig besorgen will, der nimmt kein vorgefertigtes Paket, sondern verteilt seine Punkte frei.

“SpliMo, hähähähä.“

Einfach aber wirkungsvoll

Eine fast schon geniale Regel macht es dabei viel schneller. Splittermond gibt ein Limit für Fertigkeiten vor, dass einigermaßen leicht zu erreichen ist. Man hat schnell die wichtigen Werte auf Maximum und kann entspannt die restlichen Punkte verteilen. DSA 5 hat auch ein Maximum, dass aber recht schwer zu erreichen ist. Daher muss man ständig schachern und Werte schieben, bis man in etwas gut ist. Ich rede dabei noch nicht einmal von Powergaming, dass kommt erst, wenn man mit Vorteilen seine Werte wirklich abnorm hoch steigert und sich der Abakus sich vor Verzweiflung ins Meer der sieben Winde stürzt. Also, kleine Ursache, große Wirkung und es war wahrscheinlich nicht einmal schwer darauf zu kommen. Ich frage mich, ob die Wirkung in der Form Absicht war. Weiß da jemand mehr?

“Man glaubt es nicht. Ich dachte bisher, dass alle Autoren ihr Regeln bei einem Sozialpädagogikstudenten, der noch bei seiner Mutter im Keller wohnt, machen lassen. Dafür hat SM sich dieses bescheuerte Tick-System geleistet. Da reißen sie mit dem Arsch um, was sie mit den Händen aufgebaut haben.“

Das finde ich nicht. Aber dazu in einem späteren Teil meines Erfahrungsberichtes noch mehr. Ich habe für meinen drogenabhängigen Mondpfadfinder-Gnom noch eine eigene Abstammung und Kultur gebastelt, was auch relativ schnell ging. Alles in allem ist die Charaktererschaffung bei SpliMo ein eindeutiges Plus. Geht locker von der Hand und bietet viele Optionen zur Anpassung. Für Barbiespiel ist es vermutlich etwas zu einfach, aber das stört mich persönlich überhaupt nicht. Mit der DSA 5-Beta hat ein recht einfacher Charakter schon fast doppelt so lange gedauert wie recht komplizierter drogenabhängiger Mondpfadfinder-Gnom bei SpliMo. Die Ressourcen waren dabei ein echtes Plus. Nächstes Mal gibt’s da noch genauere Infos zu.

Dieser Artikel ist Teil einer kleinen Serie, in der ich unsere Erfahrungen mit Splittermond zusammenfassen werde. Die folgenden Artikel werden in den nächsten Tag auf diesem Blog erscheinen:

Splittermond angespielt: Der Geist von Opa

Splittermond angespielt: Tickt’s noch richtig?

Splittermond angespielt: 3, 2, 1, Risiko!