Splittermond angespielt: Der Geist von Opa

14. November 2014 at 09:30

Splittermond-Logo-final Splittermond hat eine tolle Mechanik. Bei der Charaktererschaffung kann man Punkte auf Ressourcen verteilen: Ansehen, Gefolge, Kontakte, Kreatur, Mentor, Rang, Relikt, Stand, Vermögen und Zuflucht. Auf jeden Wert können Punkte verteilt werden. 0 entspricht dem, was man halt normalerweise hat, also kein magischer Gegenstand, keine Kreatur im Schlepptau und so weiter. Negative Werte kann es auch geben, zumindest bei Stand und Vermögen. Man ist halt dementsprechend ärmer und weniger angesehen als der Durchschnitt, der klassische Bettler eben. Wenn man aber Punkte in eine Resource investiert, dann kann man sich so einen magischen Gegenstand, einen Tiergefährten, reiche Eltern, eine angesehene Familie oder etwas anderes bescheren.

Vermögen wirkt sich auch nach der Charaktererschaffung aus. Man kann kurzfristig einen Batzen Geld beschaffen und einen entsprechenden Lebensstil pflegen. Finde ich eine coole Mechanik. Inhaltlich nichts großartig neues, aber man kann es frei verteilen und muss z.B. kein Waldläufer sein, um einen Tiergefährten zu bekommen und kann sich zu Spielbeginn entweder einen Bonus auf etwas “Übliches“ (Geld, Sozialstatus) holen oder auch etwas ungewöhnliches haben (Priester mit Kreatur, Zuflucht, Relikt).

Sprachlos

Das einzig nervige an der Kreatur ist, dass man nicht automatisch mit ihr kommunizieren kann. Ich hätte mir für meinen Charakter gerne einen Spuk geholt (der Geist von Opa), aber ich hätte einen nicht gerade einfachen Zauber lernen müssen, um mit dem Spuk zu reden. Ohne den Zauber, für den nicht genug Punkte da waren und der auch nicht gepasst hätte, war der Witz der Idee schon wieder hinüber.

“Und das ist jetzt was besonderes? Die haben doch einfach nur bekannte Dinge in einen Topf gepackt und umgerührt. Soll man als Ranger etwa keinen Tiergefährten haben, nur weil man reiche Eltern hat? Bescheuert.“

Ne, wahnsinnig ungewöhnlich ist es nicht, aber es ist ein bisschen neu, elegant gelöst und regt die Kreativität an. Ich kann jetzt auf einmal einfach den oben erwähnten Priester mit einer Kreatur spielen und bin dabei auch nicht auf einen Wolf oder ein anderes Tier festgelegt. Ich kann auch besagten Spuk nehmen. Vielleicht der untote Bruder? Es wäre ein guter Grund Priester zu werden, wenn man der Seele seines Bruders endlich ewige Ruhe verschaffen will. Es ist außerdem ein schönes Beispiel dafür, was Splittermond kann: Es macht nichts revolutionär Neues, aber es gibt immer wieder keine Aha-Momente, in denen etwas einfach gut und vielleicht ein bisschen anders oder sogar besser gemacht wurde. Und gerade wenn man es mit DSA vergleicht, dann ist es natürlich um Welten eleganter und moderner und bietet tolle Ansätze. DSA beschränkt sich ja immer noch sehr stark auf Klischee-Fantasy.

Dieser Artikel ist Teil einer kleinen Serie, in der ich unsere Erfahrungen mit Splittermond zusammenfassen werde. Die folgenden Artikel werden in den nächsten Tag auf diesem Blog erscheinen:

Wie war eigentlich Splittermond?

Splittermond angespielt: Tickt’s noch richtig?

Splittermond angespielt: 3, 2, 1, Risiko!