Fate-Punkte sind sowas von gestern

28. September 2014 at 17:50

Herz AssWenn man mal ne Stunde in der Sonne liegt, kommen einem interessante Ideen. Es gibt Bennies, Fate-Punkte und allerlei Mechanismen, die Konflikte auf der Meta-Ebene regeln sollen. Aber warum soll man nur drei Chips haben, um einen Fackelhalter zu erschaffen, wenn man einen braucht? Und warum können Spieler sich nicht gegenseitig mit Ideen herausfordern? Oft gibt es überhaupt kaum eine Regelung für einen solchen “Meta-Wettstreit”. BoyScout hat das schon in diesem Thread bemängelt – zu Recht.

Tagschatten hat eine Bennie-Regelung etwas modifiziert und die aktuelle Diskussion um den Vorstellungsraum geht ja in eine ähnliche Richtung. Was ist denn überhaupt wichtig für solche Regelungen?

  • Die Anzahl der Versuche etwas ins Spiel hinein zu bringen sollte nicht hart begrenzt sein, vor allem nicht zu niedrig.
  • Trotzdem sollte ein solcher Versuch etwas kosten, damit es auch ernsthaft genutzt wird.
  • Es sollte eine Mechanik zur Konfliktlösung geben, um Widersprüche klären zu können.
  • Es sollte schnell abzuhandeln sein, damit man nicht so lange auf der Metaebene unterwegs ist.
  • Die Mechanik sollte es gleichermaßen den Spielern erlauben Fakten in die Spielwelt einzubringen als auch dem SL erlauben die Spieler zu Aktionen für ihre Charaktere zu überzeugen ohne sie zu zwingen.

Gibt es da schon was? Ich kenne jedenfalls nichts und weil ich gerade dabei war, habe ich mir gleich eine Umsetzung ausgedacht.

  • Jeder Spieler in der Runde und der SL bekommen zu Beginn des abends je eine Karte der höchstwertigsten Karten eines Skat- oder Pokerkartenspiels. Zusätzlich bekommt jeder vier weitere zufällige Karten. Bei Skatkarten, 3 Spielern und SL wären das ein Ass und vier Zufallskarten. Bei 5 Spielern und SL wären das die vier Asse und zwei Zehnen zufällig verteilt und dann vier weitere Zufallskarten.
  • Will ein Spieler einen Fakt in die Welt einbringen, dann tut er es einfach. Möchte ihm am Tisch jemand widersprechen, ziehen beide verdeckt eine Karte. Die Karten werden gleichzeitig aufgedeckt und der Spieler mit der höheren Karte darf seine Vorstellung einbringen. Die Karten werden abgelegt.
  • Der Wert der Karte richtet sich nach Festlegung der Gruppe, z.B. entsprechend des verwendeten Kartensatzes.
  • Will der SL einen Spieler zu einer Aktion seines Charakters überreden, so bietet er ihn eine Karte offen an. Nimmt der Spieler an, darf er die Karte behalten, auch wenn er damit mehr als fünf hat.
  • Hat jemand am Tisch weniger als fünf Karten, so füllt er sofort auf fünf auf.

Das Bild ist von Dennis Skley auf flickr.com und steht unter cc-by-nd.