Rollenspiel in Irland – Ein “Korrespondentenbericht”

2. September 2013 at 08:45
Games Workshop in "Publin"

Games Workshop in “Publin”

“Bist Du wieder aus dem Ausland zurück?“ Ja, schön war’s. “So ein Mist.“ Ich habe sogar Zeit gefunden um in Dublin die Augen nach Rollenspielläden offen zu halten. “Und? Erhält man das sterbende Hobby der Verrückten dort noch künstlich am Leben?“ Eher nicht. Die Auswahl war ziemlich begrenzt. Per Zufall habe ich einen “Games Workshop” gefunden, der auch ausschließlich Tabletop im Angebot hatte. Die Auswahl umfasste zu einem sehr großen Teil Warhammer. “Na immerhin kann man damit ordentlich Krieg spielen! Preußische Militärkunst im modernen Sandkasten! Und kein albernes Waldorf-Würfelspiel.“

Würfeln auf der grünen Insel

Gamers World in "Publin"

Gamers World in “Publin”

Nach einem Besuch bei Google habe ich dann noch die “Gamers World” aufgetan. Scheint der einzige Rollenspielladen in ganz Dublin zu sein, in einer Stadt mit immerhin einer halben Million Einwohnern. Zum Vergleich: Karlsruhe hat mit knapp 300’000 Einwohnern einen Spieleladen und einen Comicladen, die beide Rollenspiele führen, dazu noch einen Games Workshop. Der Laden war ganz nett, der passenderweise bärtige Verkäufer aber etwas kurz angebunden. Genauso kurz ist auch sein Rollenspielregal gewesen. Man könnte es auch als übergroßen Nachtschrank verkaufen. Die Auswahl war erwartbar: Pathfinder, D&D 4, etwas D&D 3 und ein paar Exemplare anderer bekannter Systeme wie Traveller, Cthulhu, Fate, Iron Kindoms, 13th Age, Scion, Star Wars und andere. Der Rest vom Laden war mit Tabletop gefüllt. Das scheint in Irland wohl ganz gut zu gehen.

Ergebnis: ernüchternd

Das Rollenspielregalchen der Gamers World

Das Rollenspielregalchen der Gamers World

Aus dem Verkäufer konnte ich dann noch rausquetschen, dass Pathfinder sich am Besten verkauft. Auch D&D 3 wird nachgefragt und in letzter Zeit haben sich wohl ein paar Leute für D&D 4 interessiert. “Bestimmt Torschlusspanik unter den “RollenSPIELern”. Hähähä.“ Mehr konnte er mir zur Marktlage leider nicht erzählen. Aber die Größe des Regals und die Anzahl der Läden in Irlands Hauptstadt sprechen wohl für sich. “Tot, tot und nochmals tot!“ Das würde ich so nicht sagen. Immerhin habe ich bei meiner Suche nach dem Laden von der einen oder anderen Con in Dublin gelesen. Vielleicht muss man einfach mehr im “Underground” sein um noch mehr zu finden. Außerdem ist Irland auch so schön, da hat man echt besseres zu tun als im Zimmer zu sitzen. Und wenn man nur in den Pub geht um ein leckeres Guiness zu trinken und der genial-geselligen Musik zu lauschen.