Ace mit den Würfelhänden öffnet sein “Portal”

2. Januar 2013 at 09:00

 

Portal?


Portal?

Wer über die Feiertage Langeweile hatte ist vielleicht meiner Linkempfehlung gefolgt und hat sich “Portal” angeschaut, das kostenlos und im Betastadium von AceOfDice zum Download angeboten wurde. Dabei handelt es sich um ein klassisches Rollenspiel, ohne dass es gleich “Old School” ist. Es hat einige Anleihen vom alten DSA übernommen und einige interessante Verbesserungen hinzugefügt. “Du wirst so langsam zum AceOfDice-Werbeblättchen.“ Verdient hat er die Werbung allemal, denn er selbst hat dafür ja kaum noch Zeit und die Qualität seiner Produkte ist richtig gut. Zudem würde ich auch für Portal nicht die Tastatur bearbeiten, wenn ich es nicht für ein gutes Produkt halten würde. Wobei es eigentlich noch kein wirkliches Produkt ist, denn es befindet sich im Beta-Stadium. Erscheinen soll es 2013. Allerdings ist es schon in einem so ausgereiften Zustand, dass es von einem fertigen System kaum zu unterscheiden ist. “Na dann ab auf die Schleimspur!“

Portal gibt es schon viele Jahre und es ist ausgiebig getestet worden, daher kann man es ohne Probleme gleich zum spielen benutzen. Ein für mich sehr interessanter Aspekt ist der Würfel. AceOfDice ist wirklich ein sehr passender Verlagsname. Destiny setzt schon auf den w66, den man zwar sonst kaum antrifft, der aber sehr vielseitig und gut einsetzbar ist. Portal nutzt einen noch exotischeren Vertreter, den w30. Das ist wieder eine ungewöhnliche, aber meiner Meinung nach sehr gute Wahl. Der direkte Vergleich zwischen DSA und Portal ist sicherlich gewollt und auch falls nicht drängt er sich sofort auf. Denn bei Portal würfelt man für jede Fertigkeit auf drei Attribute, wie bei DSA, die hier allerdings einen Wert kleiner 10 haben. Der w30 ist also mathematisch sehr geschickt gewählt. Fertigkeiten sind die Summe von den besagten drei Attributen plus einen Fertigkeitswert, der sowohl positiv als auch negativ sein kann. Statt der drei Würfe des “großen Bruders” würfelt man bei Portal dann eben nur einmal mit dem w30 auf die zuvor genannte Summe. Eine sehr charmante Mechanik. “Das man DSA so einfach so viel besser machen kann ist eigentlich schon schlimm. Für DSA jedenfalls.“ Es wird sicher genug Nostalgiker geben, die jetzt die Hände über dem Kopf zusammen schlagen, aber jeder, der ein bisschen pragmatisch denkt, wird es mögen. Durch diese Vereinfachung kann man auch Waffenfertigkeiten über genau dasselbe System abbilden. Apropos Waffenfertigkeiten, auch für die Parade muss nichts mehr verteilt oder groß getan werden. Sie ist einfach die Hälfte des Angriffswertes. Das verhindert zusätzlich schon einmal einen guten Teil der “Ich treffe”-”Ich pariere”-Austausche, weil man deutlich seltener pariert.

Die Rassen sind weitgehend die Bekannten, allerdings kommen Orks, Gnome und auch Minotauren hinzu. Dazu kommt dann wie gewöhnlich eine Klasse. Man kann zunächst aus einer Überklasse wählen, die sich immer in mehrere Unterklassen unterteilt, welche entsprechend über eine gemeinsame Grundlage verfügen. Unter Krieger findet man also Kämpfer, Briganten, Paladine und Verfolger. Alle verfügen immer über eine Spezialfähigkeit, die sie von anderen Klassen unterscheidet und die ihre Besonderheit sehr gut herausstellt. Ich finde, die Klassen sind sehr stimmig gemacht. Auch hier gibt es, neben dem üblichen, interessante Ideen. Also schaut es Euch an. Es lohnt sich. Wer AceOfDice kennt, wird wissen, dass das Werk gut geschrieben ist und über ein schickes Layout verfügt. “Das ist aber eine reichlich dürftige Rezension.“ Es ist gar keine Rezension, schließlich ist Portal auch noch nicht offiziell erschienen. Es ist mein erster Eindruck vom lesen und soll nur eine Empfehlung sein, dass sich unsere Leser dieses PDF ruhig mal zu Gemüte führen sollen. “Eine miese Ausrede dafür, dass Du keine Lust hattest das Regelwerk vernünftig zu lesen.“

Foto von tj.blackwell unter cc-by-nc über flickr.