Lass Dir Eier wachsen!

7. November 2012 at 13:21
Ein Silberrückengorilla. Der hat Eier.

Hat Eier.

Jetzt bin ich gespannt, ob Dein Titel wirklich so gut ist. “Deine Weichspüler-Rhetorik war ja nicht mehr zu ertragen.“ Dieses mal geht es um die Fähigkeiten des SL speziell auf Cons, aber nicht nur dort. “Dort fällt aber immer besonders auf, wie schlecht sie sind.“ SLs haben genug zu tun, da kann man das nicht auch noch von ihnen verlangen, den diese Mal geht es nicht nur um Regelkenntnis und ein gutes Abenteuer, sondern um Softskills und Teams. Dazu führt eine einfache Feststellung: Der SL ist der Chef.

Der Silberrücken

In vielen Runden ist der SL der Gastgeber, der Regelkenner, der Organisator und der Entscheider. “Oder kurz: Der Arsch vom Dienst.“ Das bedeutet aber auch, dass er im Gegenzug Respekt genießt. Respekt, den er nicht bekommen würde, wenn er nicht so eine wichtige Rolle abseits des eigentlichen Leitens einnehmen würde. Darum ist er normalerweise der Chef. Das hilft ihm auch beim leiten. Einem respektierten SL wird besser zugehört, seine “Rulings“ werden nicht so leicht in Frage gestellt und seine NSC werden ernster genommen. “Für die meisten Rollenspieler kannst Du hier mit dem Artikel aufhören, denn da müssen die erst einmal hin kommen.“ Ja, manche SL nehmen diese Führungsrolle nicht einmal am privaten Spieltisch wahr.

Eine Führungsrolle bedeutet auch, dass die Spieler einen zuerst anschauen, wenn soziale Strukturen fehlen. “Der Unsichere läuft dem Alphatier hinterher.“ Genau. Und gerade beim Start von Spielrunden auf Cons ist so eine Situation mit viel Unsicherheit vorhanden, denn oft kennen sich die Spieler nicht und das Umfeld ist sehr ungewohnt. Hier ist der SL derjenige, der Strukturen vorgeben kann und die Spieler so aus ihrer Unsicherheit holt. Er hat im Normalfall als einziger die Position das zu tun, weil die Spieler ihm automatisch aus Gewohnheit eine Führungsrolle zuschreiben. Nutzt er sie nicht, wird die Runde chaotischer, alberner, durchsetzungsschwächere Spieler kommen kaum zu Wort usw.

Weg mit dem Lindenblütentee

Der SL sollte also seine Führungsrolle besonders in unsicheren Situationen annehmen und am Tisch eine Orientierung bieten. Gerade auf Cons verbessert das viele Runden. “Was? Schon fertig?“ Ja. “Das bringt doch so niemandem etwas. Da musst Du schon konkreter werden. Was heißt denn “Führungsrolle annehmen“ überhaupt? Es heißt, dass der SL sich von sich aus vor der Runde vorstellt. Das er eine kurze Einführung in die Runde gibt. Vielleicht kurz etwas zu seinem Spielstil gibt, z.B. wie er mit Charaktertod umgeht. Und vor allem muss er das selbstbewusst tun. So als ob er weiß, was er tut. Auch wenn er das meistens natürlich nicht weiß. Er muss souverän entscheiden, wenn er gefragt wird und keine Larifari-Antworten geben, wie “Das hab ich nicht so genau geplant, da könnt Ihr selbst mal schauen, was Ihr tufte findet.“ Wenn man das auch nur ansatzweise versucht, dann wird die Runde gleich besser werden.“

“So, bitteschön. Demnächst schreib ich dann Deine Artikel ganz.“ Um Gottes Willen! Die Tipps gelten natürlich auch am heimischen Spieltisch. Da ist eine Vorstellung und Einführung natürlich nur für neue Spieler sinnvoll, die sie aber unbedingt kriegen sollten. Aber das Auftreten sollte ähnlich sein und man sollte sein Abenteuer und seine Vorstellung vom Spiel selbstbewusst vertreten.

A propos Convention…

Noch ein kurzer Hinweis für interessierte an der Onlinecon: Ich habe einen zusätzlichen Eintrag für Unentschiedene hinzugefügt, damit das Stimmungsbild etwas kompletter wird. Bislang ist die Tendenz zwar eindeutig, aber die Anzahl an abgegebenen Stimmen recht überschaubar. Wer noch einmal etwas mehr über die Convention nachlesen will, der kann das hier tun.

Das Bild steht unter cc-by und ist von downhilldom1984.