Die Legende von der Begeisterung

27. November 2012 at 10:10

LegendKarneval der Rollenspielblogs “Sense of Wonder”

Der Zauber neuer Systeme. Ich und ein Mitspieler aus meiner donnerstäglichen Onlinerunde sind Fans von taktischem Spiel und gerade unter der Woche nach einem langen Arbeitstag fällt das deutlich leichter als sich besonders gut in eine Rolle hinein zu versetzen. Daher war ich ziemlich begeistert, als ich die Rezension von “Legend” bei Greifenklaue entdeckt habe. Ich habe es gleich besagtem Mitspieler weitergeben, der noch begeisterter war als ich. Da das PDF unter einen Euro kostet, war es schnell zwei Mal gekauft. Mein Mitspieler hat gleich angefangen eine eigene Welt für das System zu beschreiben. Die Begeisterung war sehr groß. “Ist klar, was jetzt kommt, oder?“

Der zu kleine Punkt

Es sind jetzt drei Monate ins Land gegangen und wir haben ein paar Mal auf der Welt gespielt und auch eine Testrunde außer der Reihe gemacht. Die Begeisterung ist völlig hinüber. “Tadaa!“ Die anderen Spieler haben Legend so ziemlich abgehakt und auch ich bin etwas skeptisch ob des kleinen “Sweet Spots“ des Systems. Trotzdem bin ich nach wie vor an Legend interessiert und überlege, wie gut oder schlecht es wirklich ist oder ob man mit kleinen Korrekturen eine nennenswerte Verbesserung erzielen kann.

Die größte Schwierigkeit dabei ist aber die anderen Spieler noch so weit zu begeistern, dass sie Legend noch eine ernsthafte Chance geben. Genau das, was uns an Anfang so beschleunigt hat, bremst mich jetzt: die emotionale Beurteilung des Systems. Die Begeisterung ist weg und daher auch in weiten Teilen die Motivation am System etwas zu verbessern und Arbeit zu investieren. Ich weiß noch nicht, wie ich die Anderen an besten motivieren kann, aber noch bin ich nicht bereit aufzugeben. Zusätzlich fehlt mir auch noch eine gute Idee, den Sweet Spot der Regeln zu vergrößern. “Den Sweet Spot vergrößern? Was für ein beschissenes Bullshit-Bingo und das beim Rollenspiel.“

Weder Fisch noch Fleisch

Der Sense of Wonder ist durchaus janusköpfig, denn die anfängliche Begeisterung macht es jetzt schwer. Die folgende Enttäuschung hat jetzt zu einem Stimmungstief geführt. Oder aber ich bin der Einzige, der noch am Sense of Wonder “leidet“. “An Begeisterung leiden… auf so eine Formulierung kommt nur ein Deutscher.“

Wer mehr über Legend selbst lesen will, der sollte am 19.12. bei den Teilzeithelden vorbei schauen, den dann erscheint meine Rezension, gefolgt von einem Spielbericht. Dieser Artikel ist Teil des Karnevals der Rollenspielblogs im November 2012 zum Thema “Sense of Wonder“. Betreut wird er von mir (Link ins Forum von rsp-blogs.de), die Idee ist von Teylen.